Teil 2 der Veranstaltung, ich zitiere aus dem Programm: “Jakob Hein und Falko Hennig, zwei junge Autoren der Berliner Lesebühnen, berichten authentisch und unverfälscht über das Leben in der Hauptstadt. Daniel Boyacioglu trägt deren Berlintexte in schwedischer Übersetzung vor. Zum Abschluss des Programms im Goethe-Institut wird der Film Berlin 1. Mai (2008) gezeigt, ein Episodenfilm über die 1. Mai-Krawalle in Berlin-Kreuzberg.”

Das ganze wurde erfolgreich von einer für Literatur und Übersetzungsförderung zuständigen Mitarbeiterin des Goethe-Instituts moderiert, plus ein Kollege, dessen Aufgabe die fast simultane Übersetzung war. Nicht nur das 3 Mal pro Satz die Sprache gewechselt wurde, dann fingen auch noch die Deutschen auf Schwedisch zu sprechen, und zu singen, wie auf der Lesebühne des Kaffee Burger in Berlin. Eigentlich sehr lustig für diejenigen, die beide Sprachen können.

Also, jetzt schmeisse ich einfach mal alles zusammen, was ich so aus dem Abend als Erinnerung mitgebracht habe. Zuerst: Jakob Hein und Falko Hennig haben eine schon sehr geile Show gemacht, um die Frage zu beantworten, was eigentlich ein echter Berliner ist. Nach der 6 Generation wird man Berliner sagte der eine… Und wie lebt man in Berlin überhaupt? Eigentlich kann es allen gut gehen. Und lange wurde über die berliner “Normalität” gesprochen. Was ist in Berlin “normal”? Die Normalität ist in Berlin ganz speziell. Woanders würde man als verrückt gelten. Viele ertragen die berliner Normalität nicht, denn keiner ist normal! In Berlin versuchen, normal zu sein, fällt auf… etc etc. Im Hintergrund läuft der Film “3 Damen vom Kiosk” aus den 60er oder 70er, scheinbar am Nollendorf gedreht oder in der Nähe.

Wie wird man ein “Echter Berliner”: Man soll in Berlin berühmt sein, nicht nur international. Alle finden alles Scheisse, dadurch gibt es eine gewisse Toleranz in der Stadt… Ein grosser Fehler ist zu versuchen, Berliner zu sein wenn man zu Besuch ist… Was spricht man in Berlin? Metrolekt, eine Mischung aus mehreren Dialekten… Man wird in Berlin immer verstanden: mit den zwei Worten Bier und Zigarette übersteht man 80 % des Tages. Sogar ohne Dativ und Genetiv. Und so weiter. Daniel Boyacioglu liest seine übersetzten Texten, alle lächeln und erkennen die Wahrheit.

Dann ein paar Worte über den Fernsehturm: armer Fernsehturm. Sozialistischer Sieg, eine Andeutung an Sputnik. Aber dann, trauriger (und kleiner) Mitglied in der “World Federation of Great Towers“. Berlin’s Slogan: arm aber sexy. Senefelderplatz, über Prenzlauerberg: Dieser riesen (Europas grösster) Bioladen gilt als Katedral einer ganzen Generation, die in Prenzl’berg wohnt…

So, nach 1,5 Stunden war der Spass zu Ende. Ein richtiger Spass, es ging in allen Richtungen, aber genau sowas hatte man sich gewünscht. Ich hatte ganz vergessen, dass ich Mitte in Stockholm bin…

Den Film über die Maikravalen in Kreuzberg habe ich nicht gesehen. Egal, ich habe sie doch selber erlebt. Bin dann direkt zum Debaser Medis gerannt um Teil Drei der Veranstaltung zu verfolgen :-)