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Das ist ja bis jetzt die grösste “musikalische” Überraschung des Jahres!

Kurzer Rückblick: 1989-1995 war ich ein absoluter Fanatiker der franz. Zeitschrift Les Inrocks. Als die monatliche Ausgabe zur einer wöchendliche scheiss-NME-wannabe defiguriert wurde, habe ich aktiv nach Alternativen gesucht. Und die SPEX gefunden. Das war an einem Kiosk am Hermannplatz in Berlin, wo ich einfach nach meiner ersten Ausgabe fragte. Irgendwann 1995. Das war so lustig, weil die arme Vietnameserin im Kiosk die Spex nicht kannte, und mir mit leichtem Grinsen eine Homo-Zeitschrift vorlegte. Naja, sie entschuldigte sich dann doch, und für mich war der Intensivkurs im Bereich SPEX-Sprache eingeleitet. Nach 1 Jahr war ich so gut wie eingespielt. Die nächsten Jahren waren ok, die ersten CDs kamen raus, sehr unterschiedlich von der Qualität, aber immer interessant. Und irgendwann beim x-ten Relaunch, der Untergang. Was ist passiert? Ich konnte die Spex nicht mehr lesen. War ich zu alt geworden? Tausende von Lesern haben geschrieben, was ich selber auch dachte. Jeder mit seiner eigenen persönlichen Geschichte. Nichtdestotrotz. Irgendwann 2006 kam die erste Widerstandsbewegung aus der Redaktion, und Spex wurde immer mehr und mehr abstrakt und unbegreiflich. Soweit, dass ich die Spex in den letzten 2 Monaten kaum vermisst habe.spex 03

Und gestern kam die neue Nummer: die Berliner Nummer! Irgendwie habe ich mir die ganze Polemik des Umzugs gespart, ich fand es einfach nicht interessant. Aber als ich durch die neue Nummer blätterte war ich einfach total euphorisch. Die Spex ist nicht nur wieder lesbar geworden, sie ist auch verständlich geworden und sogar verdammt interessant. Ich bin von einem Artikel in dem nächsten reingerutscht und habe stundenlang ununterbrochen gelesen. Was mir seit vielen vielen Jahren nicht mehr passiert war.

Und überhaupt: die Spex hat hier eine echte Berliner Ausgabe geschafft! Und keiner kann glücklicher sein als ich!

Danke!